Niedrigenergiehäuser

Heute stehen wir vor stetig steigenden Energiepreisen und der begrenzten Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe. Aus diesem Grund nimmt die Nachfrage nach energieeffizienten Gebäuden kontinuierlich zu.

Das wachsende Umweltbewusstsein und die Notwendigkeit, die Emission schädlicher Gase in die Atmosphäre deutlich zu reduzieren, haben zu einem zunehmenden Trend beim Bau von Niedrigenergiegebäuden geführt.

Niedrigenergie-Fertighäuser sind energieeffiziente Häuser. Sie sind ein Beispiel für nachhaltiges Bauen - von der Verwendung von Baustoffen, deren Herstellung die Umwelt nicht belastet, über ihre Energieeffizienz bis hin zur sparsamen Nutzung der immer teurer werdenden Energiequellen.

Das Ziel beim Bau eines Niedrigenergiehauses ist es, den Energieverbrauch zu optimieren und die Nutzung der verfügbaren Energie zu maximieren.

Was ist erforderlich, um ein Niedrigenergiehaus zu bauen?

Ein energieeffizientes Haus basiert auf einer hochwertigen Dämmschicht, auf hochwertigen Fenstern und Türen, die Wärmeverluste verhindern, auf einem Luftzirkulationssystem, das für eine ausreichende Belüftung sorgt und dabei Energie bewahrt, sowie auf der Nutzung erneuerbarer Energiequellen.

Wenn die Wärmedämmung unzureichend ist, nehmen im Winter die Wärmeverluste zu, die Außenkonstruktion kühlt aus, es entstehen Kondensationsschäden, und im Sommer werden die Räume überhitzt. Die Konstruktion wird beschädigt, das Wohnen wird unbequem und ungesund, und die Kosten für Nutzung und Instandhaltung des Gebäudes steigen.

Eine zusätzliche Investition in die Steigerung der Energieeffizienz und die Verringerung der Wärmeverluste bei einem Neubau zahlt sich mehrfach aus. Eine Erhöhung der Baukosten um 10 % kann Energieeinsparungen von 50 - 80 % bedeuten.

Durch den Bau eines Niedrigenergiehauses wird der Energieverbrauch optimiert.

Niedrigenergiehäuser

In Kroatien wird ein Niedrigenergiehaus als ein Haus definiert, das jährlich weniger als 40 kWh/m² Energie für Heizung verbraucht.

Dieser Energieverbrauch lässt sich anschaulicher als Äquivalent eines Verbrauchs von 2,7 Litern Heizöl pro m² ausdrücken – daher wird das Niedrigenergiehaus auch als Drei-Liter-Haus bezeichnet.

In Deutschland liegt die Begrenzung des Heizenergieverbrauchs für ein Niedrigenergiehaus bei 50 kWh/m² pro Jahr, während in der Schweiz dieser Grenzwert durch den MINERGIE-Standard definiert ist und 38 kWh/m² pro Jahr nicht überschreiten darf.

Gebäude mit nahezu null Energieverbrauch

Ein Gebäude mit nahezu null Energieverbrauch ist ein Gebäude mit sehr hoher Gesamtenergieeffizienz.

Der nahezu null – beziehungsweise sehr geringe – Energiebedarf sollte in einem sehr hohen Maß durch Energie aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden, einschließlich jener Energie, die direkt am Gebäude oder in dessen Nähe erzeugt wird. Die Anforderungen hierfür sind in der geltenden Verordnung festgelegt.

Die Bezeichnung für ein Gebäude mit nahezu null Energieverbrauch lautet nZEB (nearly zero-energy building).

Seit dem 31. Dezember 2020 müssen alle Neubauten den Standard eines Gebäudes mit nahezu null Energieverbrauch erfüllen.

Kontext der Bauzeit

Aufgrund der Bauweise und des Fehlens gesetzlicher Vorschriften wurde im Zeitraum von 1950 bis 1980 eine Reihe von Gebäuden errichtet, die einen hohen durchschnittlichen Energieverbrauch für Heizung aufweisen.

Untersucht wurden die energetischen Eigenschaften bestehender Gebäude in Abhängigkeit von ihrem Alter, der Bauart und dem Vorhandensein von Vorschriften zum Wärmeschutz.

  • Bei Gebäuden, die vor 1940 errichtet wurden, finden wir unzureichend isolierte Außenwände. Das Mauerwerk aus Stein übernahm die Tragfähigkeit des Gebäudes und erfüllte durch seine entsprechende Dicke zugleich die Anforderungen an den Wärmeschutz für damalige Verhältnisse. Die Gebäude wurden aus Ziegeln oder Naturstein, ohne Wärmedämmung errichtet. Fenster und Türen waren meist aus Holz mit Einfachverglasung. Der durchschnittliche Wärmeverlust solcher Gebäude liegt zwischen 200 und 250 kWh/m2 pro Jahr.
  • Im Zeitraum zwischen 1940 und 1970 nahm die Bautätigkeit zu, es entwickelten sich neue Bautechnologien und Materialien, jedoch gab es keine Vorschriften zum Wärmeschutz oder zur Energieeinsparung. Die Konstruktionen waren dünner, aus Stahlbeton und ohne energetisches Konzept.
  • Im Zeitraum von 1970 bis 1987 wurden die ersten Vorschriften zum Wärmeschutz eingeführt und Wärmedämmung begann in bescheidenem Umfang eingesetzt zu werden. Die Baukörper waren schlank, mit großen Glasflächen und energetisch sehr ungünstig. Der Wärmeverlust von Gebäuden aus dieser Zeit war oft höher als der von älteren Gebäuden und betrug über 300 kWh/m2 jährlich
  • Von 1987 bis 2006 wiesen alle Projekte und Bauten im Durchschnitt die gleiche Wärmeschutzqualität auf, der Energiebedarf lag zwischen 100 und 150 kWh/m2 jährlich

Ältere Gebäude verbrauchen im Durchschnitt 200-300 kWh/m2 Energie pro Jahr für Heizung, standardmäßig gedämmte Häuser unter 100 kWh/m2, moderne Niedrigenergiehäuser unter 40 kWh/m2 und Passivhäuser bzw. Gebäude mit nahezu null Energieverbrauch 15 kWh/m2 und weniger.

Mit der Energiemenge, die in einem standardmäßig gedämmten Haus verbraucht wird, kann man heute 3 bis 4 Niedrigenergiehäuser oder 8 bis 10 Passivhäuser beheizen.