Baustoffe für Fertighäuser

Die richtige Auswahl hochwertiger Baustoffe und deren fachgerechter Einbau stellen während der gesamten Bauzeit eine besondere Herausforderung dar.

Der Holzbau erlebt in ganz Europa - insbesondere in der mitteleuropäischen Region - ein starkes Wachstum.

Um eine nachhaltige Entwicklung dieses Industriezweigs sicherzustellen, ist es notwendig, fundierte Grundlagen zu schaffen. Dazu gehört ein umfassendes Verständnis der Holzeigenschaften, um die Stärken des Werkstoffs optimal zu nutzen und seine Schwächen zu minimieren oder vollständig zu vermeiden.

Holz spielt eine zentrale Rolle im Umweltschutz, da es zur Reduzierung des CO₂-Gehalts in der Atmosphäre beiträgt. Der CO₂-Ausstoß kann einerseits durch geringere Emissionen und andererseits durch Bindung und Speicherung von CO₂ im Holz beeinflusst werden. Im Vergleich zu anderen Baustoffen benötigt Holz am wenigsten Energie in der Herstellung. Jeder Kubikmeter Holz, der anstelle anderer Materialien verwendet wird, verringert die CO₂-Emissionen im Durchschnitt um 1,1 Tonnen. Da Holz zusätzlich etwa 0,9 Tonnen CO₂ pro Kubikmeter speichert, spart ein einziger Kubikmeter Holz rund 2 Tonnen Kohlendioxid.

Eine längere Lebensdauer von Holzkonstruktionen verstärkt diesen CO2-Speichereffekt.

Zudem ist Holz ein hervorragender Wärmedämmer: seine Wärmeleitfähigkeit ist 15-mal besser als bei Beton, 400-mal besser als bei Stahl und 1700-mal besser als bei Aluminium.

Holz kann hervorragend recycelt werden - entweder zu kleineren Elementen oder zu Holzwerkstoffplatten, die in der Möbel- und Bauindustrie eingesetzt werden. Selbst wenn kein Recycling erfolgt, kann Holz durch energetische Verwertung (Verbrennung) wieder Energie zurückgeben. Dabei wird nicht mehr CO₂ freigesetzt, als ursprünglich im Material gespeichert war - daher gilt Holz als CO₂-neutraler Baustoff.

Für den Bau von Holzhäusern wird Bauholz mit einer Holzfeuchte von 15 % ± 3 % verwendet, dessen zertifizierte Eigenschaften die Anforderungen für statische Bemessung vollständig erfüllen.

Bei fachgerechter Planung und Schutzkonzeption kann Konstruktionsholz über Generationen hinweg bestehen.

KVH - Konstruktionsvollholz

Konstruktionsvollholz, KVH ist ein massives, technisch getrocknetes, gehobeltes und festigkeitssortiertes Vollholz mit rechteckigem Querschnitt.

Im Vergleich zu herkömmlichem Schnittholz muss KVH strengen Qualitäts- und Sortierkriterien entsprechen.

Durch den Einsatz von Keilzinkenverbindungen können größere Längen hergestellt werden.

Die Qualitätskontrolle erfolgt regelmäßig und gewährleistet ein homogenes Materialverhalten, minimale Rissbildung und geringe Verformung.

Konstruktionsvollholz (KVH) ist auf dem Markt in zwei Qualitätsklassen erhältlich -

KVH-Si für sichtbare Bereiche und KVH-NSi für den Einsatz in nicht sichtbaren, geschlossenen Konstruktionen. Konstruktionsvollholz (KVH) wird überwiegend aus Fichtenholz hergestellt, kann jedoch auch aus anderen Nadelhölzern wie Kiefer, Tanne oder Lärche produziert werden. Es wird in standardisierten Querschnittsabmessungen angeboten, und für Balken mit Keilzinkenverbindungen sind übliche Längen bis zu 18 m möglich

Die statische Bemessung von KVH-Traggliedern erfolgt nach den geltenden technischen Vorschriften, unter Berücksichtigung der Festigkeitsklasse des Materials.

BSH - Brettschichtholz

Brettschichtholz (BSH) ist ein Produkt, das aus parallel zur Faserrichtung verleimten Lamellen derselben Holzart besteht.

Zur Herstellung werden überwiegend Weichhölzer wie Fichte, Tanne, Kiefer oder Lärche verwendet.

Die physikalischen und mechanischen Eigenschaften von BSH hängen von der Qualität der Lamellen, der Genauigkeit der Keilzinkenverbindungen und der Anordnung der Lamellen im fertigen Bauteil ab.

Dank dieser Technik können Lamellen praktisch unbegrenzter Länge produziert werden, was die Herstellung von Trägern mit großen Spannweiten ermöglicht.

Standardmäßig gefertigte Produkte, die ausschließlich für den Bau von Wänden, Dächern und Dachböden verwendet werden, sind in Breiten von 60 mm bis 260 mm und in Höhen von 100 mm bis 1300 mm erhältlich. Die maximale Länge von industriell verleimtem Brettschichtholz, das als Standardprodukt angeboten wird, beträgt etwa 18 m. Wenn es als spezielles Produkt in Konstruktionen eingesetzt wird, sind auch andere Abmessungen verfügbar. Auf dem Markt ist es - abhängig vom Einsatzbereich - in zwei Qualitätsklassen erhältlich.

OSB-Platten (Oriented Strand Board)

Dreischichtige Platten mit symmetrischer Struktur, hergestellt aus flachen Holzspänen - Oriented Strand Board (OSB). Das Spänematerial ist in den Außenschichten parallel, in der Mittelschicht quer oder zufällig zur Produktionsrichtung ausgerichtet. Obwohl die Platten aus relativ groben Spänen gefertigt werden, besitzen sie eine glatte Oberfläche.

In Europa werden OSB-Platten überwiegend aus Nadelholz hergestellt. Das Rundholz wird zerkleinert, die Späne getrocknet, mit Klebstoff beschichtet, zu Schichten geformt und anschließend gepresst.

Die dreischichtige Struktur, bei der die Schichten in zwei Richtungen orientiert sind, gewährleistet eine hohe Maß- und Formstabilität in der Plattenebene. Der Haupteinsatzbereich liegt in der Beplankung von Leichtbaukonstruktionen.

Die Platten übernehmen horizontale Lasten in der Ebene, verteilen punktuelle und Flächenlasten senkrecht zu ihrer Ebene und tragen so zur Aussteifung der Konstruktion bei.

Gipsfaserplatten

Sie werden aus Gips und rezyklierten Papierfasern hergestellt. Nach dem Mischen der natürlichen Rohstoffe und dem Zugießen von Wasser werden sie zu stabilen, geruchsneutralen Platten gepresst, anschließend getrocknet, imprägniert und auf das gewünschte Format zugeschnitten. Der Gips reagiert mit dem Wasser und dringt in die Fasern ein, was den Platten eine hohe Formstabilität und Nichtbrennbarkeit verleiht.

Gipsfaserplatten weisen eine höhere Festigkeit als Gipskartonplatten auf. Sie werden zur Beplankung von tragenden und nicht tragenden Wänden, für abgehängte Decken oder als Trockenestrich verwendet. Die Platten werden in Dicken von 10 bis 18 mm hergestellt.

Gipsfaserplatten sind ein universelles Beplankungsmaterial für vorgefertigte Wandtafeln mit Holztragkonstruktion. Sie versteifen die Konstruktion, bieten Brandschutz und erhöhen die Erdbebenbeständigkeit des Gebäudes.

Gipskartonplatten

Gipskartonplatten bestehen aus einem Gipskern, der zwischen zwei Kartonschichten eingebettet ist.

Sie werden für die Beplankung von Wänden und abgehängten Decken verwendet und in Dicken von 9,5 bis 25 mm hergestellt.

Je nach Anwendungsbereich gibt es verschiedene Ausführungen der Platten. Für Feuchträume, wie z. B. Badezimmer, sowie als Untergrund für Keramikfliesen werden Platten verwendet, deren Gipskern zusätzlich gegen Feuchtigkeitsaufnahme imprägniert ist. Deren Karton ist grün eingefärbt und ebenfalls imprägniert. Wenn besondere Anforderungen an den Brandschutz von Wänden und Decken bestehen, etwa beim Ausbau von Dachgeschossen oder bei Installationsschächten, werden Platten eingesetzt, deren Gipskern durch Zugabe von Glasfasern verstärkt ist, was im Brandfall die Stabilität und Festigkeit der Struktur gewährleistet.